Designer Portfolio als Plakat

Gibt es eine originellere Methode, als seinen Lebens­lauf (neudeutsch: Curriculum Vitae) anders als die übliche, bürokratische Weise darzustellen? Ja, auf jeden Fall—und für Designer gilt das erst recht! Hier folgt eine Serie von »Designer Resumes« in Plakatform. In dieser Darstellungs­art wird auf einem Blick erkennbar, mit welchen Skills, Farb- und Grafikgefühl ein Designer punkten kann. Man findet in der Darstellung das gesamte Spektrum von typografisch, grafisch-technisch, handwerklich orientierten Lösungen versammelt. Nur über sorgfältig gestaffelter Darstellung kann gepunktet werden—ein Blick—ein Urteil. Hier im Vergleich werden selbst kleine Schwächen sofort auffällig. Sauber durch­strukturierte, plakative Werke mit klarer kreativer Aussage fallen umso positiver ins Gewicht. Urteilen Sie selbst!

Retrolook

Die Retromode ist auch bei den Portfolioerstellung (scrollen Sie mal runter, da ist eine Schall­platte aus Vinyl verwendet) durchgeschlagen. Passend ist das auf jeden Fall, ist das Plakat als Werbeträger damals häufiger als heutzutage gewesen. Carson nutzt in reduzierter Farbigkeit diverse Retroelemente (oben die der 70er Jahre, unten 60er) und vereint diese in klarem Layout.

Klar retro geht es bei Chucks Entwurf zu. Es ist gestaltet wie eine alte Anzeigenseite einer Tageszeitung.

Mehr typografisch, in Anlehnung an Carsons Design wird Chaos zur Methode.

Persönlich

Manchmal stellen sich die Designer selbst in den Vordergrund. Klar, es geht wahrscheinlich um eine Bewerbung, da sollte ein Bild nicht fehlen.

Elrod spielt mit der Übersetzung des »Acronyms« Resume und baut sich eine kleine Programmie­rer­­welt. Schicke Grafik, aber an Aussage (Skills?) fehlt es noch.

Chris stellt sich im Workerlook und im werbenden Stern dar, zeigt in Kuchendiagramm ein »Talent Break­down«, was grafisch gut gemacht ist. Das Layout hat Weissraum und eine gute Blickführung. Schlecht, ganz schlecht ist die Typo! Erstens wird die Comic Sans verwendet, zweitens ist die Anordnung der Texte sowie deren Größenstaffelung mäßig. Keine gute Werbung für Chris’ Fähigkeiten.

Heidi ist noch nicht fertig mit der Ausbildung, wagt schon eine Gesamtschau Ihrer Skills. Eine Schmuck­farbe reicht ihr. Ausschließlich fette Schriftverwendung (Helvetica Inserat) erzeugen eine plakative Umsetzung eines Portraits.

Mark hingegen ist schon Art Director und platziert eine Arbeit als Verpackungsdesign. Da stecken eine Menge Skills drin. Warum Mark aber die Flügel herauswachsen sowie die Flügelabbildung auf dem Verpackungsdeckel einen ziemlichen Bruch der visuellen Sprache einleiten, kann man schwer nach­voll­ziehen.

Sehr gepflegt und sortiert präsentiert sich Chloe. Die Farbigkeit ist aussergewöhnlich, die Skills umfassend. Sehr ästhetisch umgesetzt.

Infografik

Hervorragend in farblicher Darstellung sowie in Übersetzung von Daten zeigt sich am Beispiel von Pau Morgan. Eine konsequente Rasternutzung zeigt den printerfahrenen Designer auf.

Muhamad treibt die visuelle Aufschlüsselung aller Daten auf die 3D-Spitze.

Robbie bleibt zurückhaltener als oben. Geht auch.

Wenn schon Kreis, dann muss hier ein plakativer Entwurf von Jolle folgen:

Noch mehr Kreise gefällig? Es wird deutlich, dass Robin schon eine Menge auf dem Kasten hat.

Typografische Lösungen

Dass die Typografie besondere Beachtung finden sollte, wurde oben deutlich. Viele Informationen müssen untergebracht werden. So erklärt sich auch die Umsetzung mit rein typografischen Lösungen.

Paul treibt den Minimalismus auf die Spitze und überschreibt radikal ein Standard Bewerbungs­port­folio: »Hire me«.

Gina nutzt die Methapher eines Baustellen-Absperrbandes, um uns neugierig zu machen.

Ann lässt handschriftliche Buchstaben auf dem Notizblock tanzen. Das wirkt recht persönlich.

2 comments

  1. sehr guter Artikel! Glückwunsch!


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