19
Okt 11

Großer Auftritt mit großer Typo

Die Wahrheit als kommunistisches Manifest.In den guten alten Zeiten konnte sich nur die laute Nach­richt bei den Massen durchsetzen: die Machart aller Boulevard­blätter der Welt zeugt davon. Heut­zu­tage bezeichnet man sich eher nicht als Teil einer Masse. Man hat nicht das Gefühl, nur Teil von etwas zu sein (maximal Mitglied eines Teams), schließlich hat man einen persönlichen Mail- und einzigartigen Face­book­account.
Die Ächtung der Diktatoren und Schwächung von Ideologien verschiebt das Gewicht der gesell­schaft­lichen Entwicklung auf das Individuelle und so ent­wickelt sich auch die visuelle Kommunikation. Seltsamerweise zeigt sich eine Wiederkehr der großen Typografie in einem für diesen Bereich scheinbar unpassendem Medium, dem Web. Hier wurde traditionell um jeden Pixel Platz erbittert gerungen. Nun sollen riesige platzfressende Buchstaben untergebracht werden! Zum Glück sind Bildschirme allgemein größer geworden und Designer probieren erleichtert die neue XXL-Typo aus. Volle Dröhnung auf Sites →


28
Sep 11

Scrum in der Praxis

Webdesign kann zur unübersichtlichen Sache werden, insbesondere, wenn viele Menschen am Prozess beteiligt sind. Die großen (Un)bekannten wie: 1. der Kunde, 2. der Content, 3. das Ziel der Site, 4. der Internet Explorer bilden ständige Unsicherheitsfaktoren. Solide Planung und besser Übersicht sind gefragt. Toyota hat es zuerst möglich gemacht mit Kanban als einfachen Mana­ge­ment­instrument. Scrum ist in Folge in die Agenturen als Instrument agilen Software-Develop­ments entstanden. Florian aus der Sc03 hat mich auf die folgenden Filme zur Einführung aufmerksam gemacht—Danke!

Scrum Im Schnelldurchlauf V2.0

Scrum in einer Agentur →


22
Sep 11

Minimalismus im Webdesign

Minimalismus, oder Clean Design, Minimal Design ist aus Überdruss an bonbonfarbenen, glossy­poppigen Web-2.0 Designs entstanden. Man wollte den kitschi­gen Design-Trash einfach loswerden und existentia­listisch zum Grund der Gestaltung zurück­kehren. Gutes, minimalistisches Webdesign entsteht nicht nur aus dem Verzicht überflüssiger Dinge. Es ist mehr (auch wenn man weniger anstrebt) als das, denn je mehr man entfernt, desto genauer schaut das Auge hin. Es braucht viel Ausgewogenheit, Abstimmung der Farben (wenn vorhanden), sorg­fältige Balance der Typografie—insgesamt Hinterfragen jeden Details. Damit sind wir an der Basis des Design angelangt: Weniger ist mehr und: Form follows function. weniger kann mehr →


01
Sep 11

Feuerrot

Bei Rot assoziiere ich gleich feuerrot. Dabei benutzt man auf den Sites der Feuerwachen nicht immer diese Farbe. Man findet Rot ansonsten in kleinen Dosen auf Websites verteilt, so in der Funktion als deutliche Signalfarbe bei Buttons für mehr Klick-mich-an, oder hier als Kontrastfarbe der Über­schriften. Die Verwendung von Rot als Farbton auf Websites ist und bleibt eine kitzelige Sache, will man nicht den User aggressiv an­sprin­gen (und den User zum Ab­springen animieren). Rot gilt als die emotionalste, fast als gewalttätige Farbe, deswegen muss man diese in Zaum halten. Rot kann auch konservativ, stabil wirken. Immer jedoch ist es eine energetische Farbe. Es lohnt sich für einen Gestalter, diese seltene Farbnische zu erkunden und daraus Gewinn zu ziehen. Rotes im Web →


24
Aug 11

Retrodesign ist modern

Civil Air Patrol poster featuring an Air Force airman and a CAP cadetRetrodesign als Stilrichtung macht Rück­wärts­gewandt­heit zum Prinzip. Retrodesign ist auch als: Retro, Retrostyle oder Vintagestil bekannt. Dieses Blog spielt auch mit dieser Idee und das mit ironischen Motiven und augen­zwinkernden Spaß am Stil. Vielerorts wird das Thema aber ernsthaft umgesetzt. Klar, das unübersichtliche Moderne dieser Zeit überfällt uns mit visuellen Trash, da kann man Orientierung verlieren. So kommt eine Gegen­bewegung in Schwung.

zurück zur Gegenwart →


20
Aug 11

Ab durch die Mitte

In der »Mitte liegt die Kraft« und »Aus der Mitte heraus« sind Sprüche, die demonstrieren, wie wichtig nicht nur Politikern (»die bürgerliche Mitte«) das Finden und Halten dieses besonderen Ortes ist. Auch Webdesigner versuchen sich mit klassisch mittig geordneten Layouts, die gestalt­theoretisch der Symmetrie zugeordnet sind. Wir schauen uns einige dieser Entwürfe an. Ich komme darauf, da ich gerade mit der Asymmetrie be­schäf­tige (Artikel folgt) und symmetrische Entwürfe während meiner Recherche selbst­herr­lich in den Vordergrund drangen. Psychologisch gesehen behauptet Mittig­keit: hier bin ich, ich stehe für mich selbst und habe die Kraft, für mich alleine zu bestehen.

mehr aus der Mitte →


06
Aug 11

Klaas ist klasse

Klaas HomeDie Site von Skyler van der Molen der Fa. Klaas ist bei mir gleich hängen geblieben. Schwarz⸗Weiss reduziert, viel Weissraum, grafische und typo­grafische Extras usw. Kurzum, die Site kann nicht auf den ersten Blick erschlossen werden, bietet aber Raffinessen, die es lohnt aufzuschlüsseln und zu erklären. Skyler gibt seine Wohnsitz-Koordi­naten 28.351085, -80.726205 an (ok, das ist in Cocoa, Central Florida, USA—Google Streetview erlaubt einen Blick auf sein schmuckes Büro) und man fragt sich, wie man auf der »sunny side« so eine streng gestaltete Website entwickeln kann?

How to do great work →


28
Jul 11

Psychologie für Designer

PSychologie für DesignerDesignern und Gestaltern im Allgemeinen wird ein besonderes Leben nachgesagt. Abseits von dumpfen Büromenschentum treten sie humanitär gesinnt und locker in der Arbeitswelt auf. Mit einer lässigen Cap auf dem Kopf schützen sie sich vor über­funktio­neller Arbeitsplatzbeleuchtung und aufdringlichen Kundenblicken. »Nine⸗to⸗five« erscheinen als Koordinaten der Spießerwelt, (unbezahlte) Überstunden als sinnvolle Verpflichtung gegenüber der Kreation. Als vollwertige Mahlzeit reicht die eilig ange­lie­ferte Pizza mit Cola Zero, abends Bier, zur sportlichen Ertüchtigung ein leiden­schaft­liches Kickerturnier im Agenturkeller. Dass derart Verhalten einige Problematik birgt, ist den Betroffenen kaum bewusst oder wird übergangen. Die Selbstwahrnehmung, die wir Gestalter benötigen, um fehlerhaftes (Arbeits)Leben zu be­wäl­tigen, braucht allerdings nicht Gefühl, sondern eher kognitiv gesteuerte Überlegung.

Arbeitsplatz-Analyse richtig →


11
Jul 11

Farbmuster für Websites

FarbklangFarbeinsatz ist der schönste- aber auch schwierigste Part beim Entwurf von Websites. Wir empfinden Farben unmittelbar. Die Gefühle bei Betrachtung sind schwer zu versachlichen. Farbe wirkt immer mit psychologisch, und physiologisch. Da diese Wirkung im Vordergrund steht, kann man umge­kehrt als Designer rein logisch nur müh­sam har­monische Farb­klänge zu­sammen­­stel­len. Wenn man gewisse Prinzipien heranzieht, kann man sich den Vorgang zur Auswahl passender Farben er­leich­tern. Hier stelle ich folgend an Beispielen Farb­kompo­sitionen vor. Hilfreich ist wie immer ein gewisses »Gefühl für die Sache«, denn selbst das beste Rezept garantiert nicht den Erfolg!

Farbordnung für Farbklänge →


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