Prokrastination

Auf morgen verschiebenHaben Sie bei wichtigen Aufgaben die Aufmerksamkeit eines Eich­hörn­chens? Können Sie sich kaum konzentrieren und schieben alle Arbeit vor sich her? Dann leiden Sie wahrscheinlich an der äusserst an­stec­ken­de Krankheit Prokrastination, auf deutsch die gemeine Auf­schie­be­ritis. Keine Angst, diese Krankheit ist ganz angenehm, so­dass viele von ihr befallen sind (ich auch). Und die Folgen sind all­gegen­wärtig: Termin­stress, Zeit­druck, drohendes Übergewicht durch übermäßiges Keksessen. Doch was kann man dagegen tun, ohne das es gleich unangenehm wird?

Wer arbeitet schon gerne?

Gerne sind die Menschen im Zustand der Entspannung. Arbeit führt zum Gegenteil, ausser eine Tätigkeit wird nicht als solche empfunden. So können Menschen die Eiger-Nordwand erklimmen und das auch noch gerne machen. Diese Anstrengung wird nicht vermieden, was im Büro schon ganz anders empfunden wird. Um den sogenannten Flow zu erreichen, probiert man eben, Aufgaben etwas angenehmer zu gestalten, bis diese wiederum in die Kategorie »prima Hobby« fallen.

Typen

Menschen fínden ganz leicht viele angenehme Dinge, sodass am Ende die Arbeit liegen bleibt. Wir kennen:

  • der Drücker: lässt alles liegen, dattelt bei Facebook, quatscht andere zu und schafft dann alles auf den letzten Drücker, wenn nichts mehr geht. Der Drücker könnte auch ein Cheftyp sein, weil er gerne anderen die Arbeit aufdrückt, aber das hat die Forschung noch nicht bewiesen.
  • der Schieber: klassischer Typ von Prokrastination. Mache dieses, warte auf das (andere) und so weiter. Der Kern des Problems wird nicht angegangen, denn das könnte Anstrengung bedeuten. Der Schieber schiebt die Arbeit gerne auch auf andere.
  • der Zerstreute: es kommt alles auf ihn zu, er nimmt alles an, hat überall seine Nase drin—bloß in seinen eigenen Angelegenheiten nicht. Wie heißt das Zauberwort? Konzentration? Ist ein netter Typ, der aber nichts bringt.
  • der Verpisser: Tarnung durch Abwesenheit. Kann man jemanden belangen, der nicht zu belangen ist? Einfach durch dessen Abwesenheit? Wenn Kunden(gespräche) und Teamsitzungen vorgehen, Arbeitsgespräche aber nicht, dann kann Verdacht aufkeimen.

Rezepte

Ist klar, Krankheiten sollten geheilt werden. Und die Hilfe ist nicht weit, Ratgeber-Literatur wartet auf den Kauf. Das viele Lesen hält uns natürlich wieder von der Erfüllung gesteckter Ziele ab—also nicht kaufen! Her mit wirklichen Tips:

  • Alles kleiner machen. Zersplittern Sie den großen Berg Arbeit in ganz kleine Einheiten, die einfach zu erledigen sind. Das kann allerdings zur gemeinen Hafteritis führen, dem sinnlosen Verteilen von Haftzetteln auf dem Monitor.
  • ToDo-Listen pflegen. Nichts ist verwirrender, wenn Sie gar nicht wissen, was zu tun ist. Schreiben Sie die kleinen Arbeitsschritte auf.
  • Erfolge sichtbar halten. Was Sie erledigen, sollte nicht unbeachtet bleiben. Erzählen Sie das Erledigte weiter (nein, nicht zu Facebook gehen!) und probieren den nächsten Schritt.
  • Sich belohnen. Stecken Sie sich Ziele und belohnen Sie sich mit Kleinigkeiten: der Kaffee, der Keks (nicht zuviel) usw.
  • Ablenkungen beschränken. Denken Sie daran, die nächste Ablenkung ist nur so weit wie die Computertastatur. Schalten Sie Handy, Mail, Twitter, Facebook oder ganz den PC ab, bis Sie wieder ein Stück erledigt haben. Manch einer braucht einen Soundfilter für die Umgebung. Ohrhörer sind da schon nützlich.
  • Eine Sache reicht. Es genügt, sich auf einen Task zu konzentrieren. Ablenkungen kommen von selbst. Ein Task allein kann aber besser gehalten und damit erledigt werden.

Vielleicht weiss der eine oder andere auch ein gutes Rezept? Kann man hier unten eintragen. Ansonsten prokrastinieren Sie einfach weiter und schauen zur Ablenkung folgendes Video:
http://youtu.be/UXziurFkQxM

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