Google Font Arimo

Ich möchte einen Webfont vor­stel­len: Arimo. Er ist aus der Google Font Directory. Entwickelt wurde die Schrift von dem Designer Steve Matteson. Von ihm gibt es noch viele sehr brauchbare Schriften—dazu später mal. Die Schrift­art wurde hier auf der Website vor kurzem alsBrotschrift ein­ge­setzt. Ich verdiene damit nicht mein Brot (daher der Name), aber die Schrift sollte wie geschnittenes Brot weggehen, weil sie einige (mikro)typografische Qualitäten aufweist. Sie hat gute Lesbarkeit auch in kleinen Schriftgraden. Es stehen 4 Schnitte (nein, keine Brotstullen, sondern die Fontvarianten sind gemeint), zur Verfügung. Arimo ist kostenlos erhältlich unter Open Source Lizenz (OFL) und zuguterletzt einfach über die Google Font API in die Website verlinkbar.

Lesbarkeit_Was gefällt an dieser Schrift im einzelnen? Zuerst habe ich die gute Lesbarkeit erwähnt. Sie konnten das bis vor kurzem auf dieser Site nachvollziehen. Das Schriftbild ist klar aufgrund der leichten Strichstärke der Buchstaben. Wenn ich jetzt die Schrift hochziehe auf 100 Punkt, dann sehen die Buchstaben beeindruckend durchdacht aus. Allerdings wirken alle großen Buchstaben beeindruckend. Das sollte nicht die Qualität dieser Schriftart ausmachen, da sie im Web eher als Grundschrift verwendet werden wird. Sie läuft recht breit. Damit ist sie geeignet für kleinere Schriftgrade, weil besser lesbar. Arimo ist die richtige Wahl bei langen Zeilen, da die breite Schrift »gut läuft«. Sprich: die Zeilen bilden eine Einheit. Hier ist die Arimo leicht mit 0.01em Letter-Spacing spationiert worden, da die Buchstaben bei Fontsmoothing etwas zusammenkleben.

Charakteristiken_Die Arimo soll mit der Arial gut zusammen­arbeiten können. Sie hat auch einige Grundeigenschaften mit der Arial gemeinsam. Vergleichen Sie zum Beispiel das Versal-G. Ich finde aber insgesamt mehr Gemeinsamkeiten mit der Endurance Pro, von der viele Merkmale zu stammen scheinen. Vielleicht ist die Arimo auch als Werbung für diesen besser ausgebauten Font (9 Schnitte) der Ascender Corporation gedacht. Wir haben es auch mit einer gewissen Mode zu tun. Wirkt Retro und geht auch so in die Richtung: der Font National. Aber zurück zum G. Gefällt mit nicht so sehr, dass es keinen Abstrich gibt wie bei der Helvetica. So hängt dieses runde Versal etwas in der Luft.

Auch die Unterlänge des Versal-Q zeigt diese Eigenschaft. Nun gut, an zwei Merkmalen sollte man nicht die gesamte Charakteristik einer Schrift ableiten. Doch das Minuskel-A kommt recht häufig vor. Überhaupt ist jedes Merkmal für ein Schriftbild entscheidend, wie schon der große Typograf Jan Tschichold an der Verwendung des kleinen i-Punkt demonstriert hat!

Der im Deutschen häufigst benutzte Buchstabe, das gemeine »e« sollte näher betrach­tet werden. Hier kann man gut sehen, dass die Nähe zu verwand­ten Schriftarten wie der Helvetica, oder dem Abbild, der Arial, gesucht wird. Allerdings nicht ganz, denn die Punze ist geöffnet und der Strich ist abgeschrägt. Das ist interes­sant, denn die Mutter der Groteskschriften, die Akzidenz Grotesk von Günther Gerhard Lange, weist gerade diese Merkmale auf. Das passt gut hierher, denn der (ehemalige) Banner von Bigbossdesign nutzt(e) die Akzidenz Grotesk Oldstyle. Die leicht geöffneten Punzen auch der anderen Buchstaben verleihen dem Schriftbild insgesamt Leichtigkeit und ermöglichen insbesondere im Web verbesserte Lesbarkeit.

Tags:

Comments are closed.


QR Code Business Card