Sitzen killt

Dass der Mensch rein evolutionär auf Tätigkeiten wie jagen, ver­mehren, ruhen usw. eingerichtet ist, hat sich bewiesen. Die »Tätigkeit« des Sitzens ist rein körperlich allerdings nicht vor­ge­sehen und doch verbringt der moderne Mensch beruflich mehr als 6 bis 7 Stunden sitzend den Tag. Manche nennen es Arbeit, nach amerikanischen Studien ist eine noch beun­ru­hi­gendere Bedrohung von Leib und Leben zu erwarten.

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Fakten zählen und die Statistiker jonglieren damit besonders gerne, indem sie die eine Tatsache mit anderen in Beziehung setzen. Betrachten wir einen normalen Tag, dann fällt auf, dass einige mehr sitzen (Arbeit) als liegen (Schlaf). Vorausgesetzt sei ein stres­si­ger Arbeits­tag bei 8 bis 10 Stunden sitzender Tätigkeit und wenig Schlaf (< 8 Stunden). So entstehen Problematiken. Manch einer würde das Sitzen vor der Glotze als »Erho­lungs­­zeit« dazu rechnen können.

Nur noch 15 Jahre zu leben

Rein statistisch betrachtet hat eine oben beschriebene Person angeblich nur noch 15 Jahre zu leben. Na gut, das Risiko für dieses Ereignis steigt auf 40%. Woran liegt das?

  • langes Sitzen macht dick: nur 8% mehr Sitzanteil im Tagesablauf  verdoppelt den Anteil von Fettleibigkeit in der Bevölkerung.
  • Sitzen verbraucht kaum Energie. Jegliche Tätigkeit ist vom Energieaufwand weitaus höher als die des Sitzen anzusetzen: pures Stehen verbraucht 10% mehr–, Kaugummi­kauen 15%–, Gehen 150%–, Treppensteigen 220% mehr Energie.
  • Sitzen schaltet den Körper auf 0: der Kalorienverbrauch pro Minute ist nicht messbar. Der Anteil fettverbrennender Enzyme sinkt um 90% usw.
  • Nebenbei: die Orthopäden und Krankengymnasten wissen ein Liedchen zu singen von der stark rückenschädigenden Wirkung langen Sitzens.

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Was tun?

Es muss und sollte Wege aus der Sitzfalle geben! Schnöde 30 Minuten (sportliche) Ak­ti­vität am Tag zum Ausgleich sind gut, aber im Verhältnis zum Sitzsumpfen viel zu wenig. Klar, Gehen verbraucht schon mal 3 bis 5-mal soviel Kalorien als reines Sitzen. Allerdings können Sie in Ihrem Büro gerne mehr–, natürlich nicht ständig herum­rennen. Unterstützende Maßnahmen gibt es viele:

  • Büro: Treppen gehen statt Fahrstuhlnutzung ist schon mal Ehrensache. Gehen Sie zum Kollegen statt Mailversand: immer noch besser als Sitzen, oder? Mög­licher­weise haben Sie auch ein Stehpult im Büro? Soll auch gesund für den Rücken sein. Machen Sie eine aktive Pause und gehen Sie nach draussen. Wie kommen Sie zur Arbeit—vielleicht mit dem Fahrrad?
  • Glotze aus: 3 Stunden Fernsehen erhöht signifikant das Risiko eines Herzinfarkts um 64%. Ausserdem, bei diesem Programm ist man ja fast gezwungen, sich etwas besseres zu suchen. Wenn schon TV, dann nur gezielt statt endlos Zappen: das nächste Fernsehprogramm ist online.
  • Computerzeit runter: statt Facebook kann man seine Freunde auch live besuchen.
  • Erhöhen Sie den Anteil sportlicher Aktivität auf 1 Stunde/Tag; finden Sie aktive Entspannung statt passiven Dahinsiechens.
  • Wenn Sie nicht der sportliche Typ sind, gibt es unendliche Möglichkeiten niedrig­schwelliger Bewegungsarten. Lernen von den Chinesen, machen Sie täglich: Chi-Gong, Tai-Chi oder Gymnastik. Lieber was indisches? Yoga kann auch schweiss­treibend geübt werden.
  • Im Verein um die Ecke übt es sich leichter: in Gemeinschaft verfliegen die Übungsminuten und es macht doppelt Spaß und meistens sehr günstig!

Fazit

Sitzen belastet den Köper und ist ein ähnlich schleichendes Gift wie Süßigkeiten: man genießt es, aber negative Folgen sind langfristig zu erwarten. Um mit den Gewohnten zu brechen, sollten Sie sich daher bald selbst überlisten. Damit endet auch dieser Artikel, damit ich meinen Ratschlägen selber folgen kann  😉

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